Wasserkraft in Norwegen

16 Februar 2010 | By admin in Allgemein

Fast der komplette Strombedarf (etwa 98 Prozent) in Norwegen wird durch Wasserkraftwerke erzeugt. In Norwegen gibt es nämlich weder Atom- noch Kohlekraftwerke (wenn man von dem Kohlekraftwerk in Longyearbyen auf Svalbard mal absieht). Zwar fördert Norwegen Erdöl und Erdgas, diese wird jedoch nicht für die Energiegewinnung im eigenen Land eingesetzt.

Die Nutzung der Wasserkraft hat in Norwegen Tradition und war bereits die Grundlage für die Industrialisierung des Landes. Den Anfang machten einfache Wassermühlen, später folgten wassergetriebene Generatoren zur Gewinnung von Strom. Auf Grund der stark zerklüfteten norwegischen Landschaft wurden dezentral kleine und große Wasserkraftwerke errichtet, die ihr näheres Umfeld mit elektrischer Energie versorgten. Diese kleingliederige Struktur ist bis heute erkennbar: Anders als in Deutschland gibt es in Norwegen zahllose kleine und große Energieanbieter.

Da die Endverbraucherpreise in Norwegen sehr gering sind, ist der Stromkonsum in Norwegen überdurchschnittlich hoch: Der Energieverbrauch liegt weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder, der Stromverbrauch ist mit 23.200 kWh pro Kopf gar der höchste weltweit. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die Mehrheit der Gebäude mit Strom geheizt wird. Es ist vielerorts selbstverständlich, dass das Licht in Räumen brennt, die über Stunden und Tage nicht genutzt werden. In einigen öffentlichen Gebäuden sind nicht einmal Lichtschalter vorhanden. Die oft angeführte Begründung lautet, dass Wasserkraft eine saubere Energiequelle sei und es genügend Wasser gäbe.

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